Was ist larp?

LARP

LARP/Liverollenspiel/Liferollenspiel/Laienimprovisationstheater im Stil von „Der Herr der Ringe“

All das ist jedenfalls hier dasselbe. Man kann überlegen welcher davon am besten passt und welche Begriffe noch fehlen, aber hier nehme ich, weil sie am kürzesten ist, die Abkürzung LARP (engl.: Life Action Role Playing).

Zur Erklärung:
„Live Action Role Playing (LARP) oder Liverollenspiel bezeichnet ein Rollenspiel, bei dem die Spieler ihre Spielfigur auch physisch selbst darstellen. Es stellt also eine Mischung aus dem Tisch-Rollenspiel und dem Improvisationstheater dar. Das Spiel findet in der Regel ohne Zuschauer statt. Die Teilnehmenden können im Rahmen einer Rolle, die die eigene Figur und ihre Eigenschaften und Möglichkeiten beschreibt, frei improvisieren. Die Spielfigur wird "Charakter" genannt. Soweit möglich finden Liverollenspielveranstaltungen an Spielorten statt, deren Ambiente dem Szenario der Spielhandlung entspricht und die Charaktere werden mit einer entsprechenden Gewandung kostümiert.“
So steht das in Wikipedia und da steht auch noch mehr. Und ja, das ist auch alle furchtbar richtig und tatsächlich Lesenswert. Aber ich schreibe hier jetzt trotzdem was eigenes dazu. Ich will das eben und glaube dass es Sinn macht.
Jeder kennt Rollenspiel. Sei es vom Sex, von der Arbeit, und wenn beides nicht der Fall ist, dann auf jeden Fall noch aus der Zeit, als er es selbst noch ein Kind war. Ja, ich sage jetzt einfach mal, jeder hat als Kind Rollenspiel betrieben. Nämlich z.B. „Räuber und Gendarm“ oder „Indianer und Cowboy“..... Da spielt man eben, dass der eine der Polizist ist und den anderen fangen muss, oder was anderes in der Art. Also hat da jeder eine Rolle und das ganze funktioniert so nebenbei auch fast ohne Regeln. Das was wir hier machen ist im Prinzip das gleiche nur für Erwachsene.
Eine tolle Person hat mal gesagt, dass das ganze „Schnitzeljagd“ für Erwachsene ist und dementsprechend viel Spaß macht. Das stimmt auch, wobei Schnitzeljagd ja auch nur das Rollenspiel des Jägers und Gejagten in komplexerer Form darstellt.
Werden wir konkreter und beschreiben einmal ein bisschen mehr, wer was wie macht (wobei Begriffe explizit, noch einmal an anderer Stelle beschrieben werden).
Aber vorher noch mal kurz. Wir haben ein Rollspiel für Erwachsene. Daher nicht mehr nur Räuber und Gendarm sondern, einen Räuber mit Namen Hans, der gerne Kindern den Lolli klaut und einen Gendarm Herbert der ein manischdepressiver Kettenraucher ist und natürlich noch die anderen Räuber und Gendarmen.
Eben etwas mehr, als nur Räuber und Gendarm aus der Kinderzeit.
Als Kind, war es egal was die Pistole war, ob man ne Uniform an hatte, wo man spielte... Erwachsene sind komplizierter und haben Kostüme, spezielle Orte und ihre Ruhe die wollen einfach keine anderen Kinder die im Weg rumstehen....
Und die Geschichte ist komplexer. Tatsächlich ist die Geschichte so komplex, dass man eine Art Rollenaufteilung vornimmt. Und weil man nie weiß wie die anderen Kinder (eigentlich Erwachsene) spielen, bestimmt man eine Gruppe von Leuten, die dafür sorgen, dass möglichst keinen Langweilig wird.
Jetzt mal tatsächlich konkret.
Wir haben auf der einen Seite die Leute, die sich einen Charakter (Räuber, Gendarm, Cowboy, Ritter, Magier... ) ausdenken, sich verkleiden... Die gehen einfach auf die Veranstaltung und machen das, was ihr Charakter eben so macht, je nach der Situation die er findet. Der alkoholkranke Ritter sucht eine Taverne, der Räuber fremde Geldbeutel und, und, und... Das setzt allerdings voraus, dass es fremde Geldbeutel und eine Taverne gibt. Und damit es nicht so langweilig wird, wäre auch eine Entführung die man verhindern will nicht schlecht... Eben all die vielen Dinge, die gute Kinder beim Räuber und Gendarm- spielen machen, bzw. die die Fantasie eines Erwachsenen hervorbringen kann.
Damit diese Sachen da sind, gibt es eben die andere Gruppe. Die „Geschichteerzähler“ auch „Spielleitung“ genannt, die Leuten, die dazu bereit sind, feste Rollen zu geben, damit der Räuber jemanden hat, den er bestehlen kann und der Ritter den er bekämpfen kann. Damit man sogar Götter und Zufälle und alles andere noch irgendwie reinbringen kann, einigt man sich darauf, dass die Spielleitung immer recht hat und auch Götter, Zufall und Regelmeister (wobei Regeln eigentlich kaum vorhanden sind) darstellt.
Ja, im Prinzip ist es das.
Jetzt kann man noch sagen: Hey, und wer garantiert mir, dass da keiner schummelt? Und ist das nicht gefährlich?
Und weil ich eine Spielleitung bin gebe ich darauf sogleich eine Antwort:
Niemand garantiert dir, dass da keiner schummelt, aber da alle Spaß haben wollen und wir zum Glück auch Erwachsene sind, schummelt da keiner.
Und ja, das ist gefährlich. Genauso gefährlich wie alles andere im Leben. In manchen Bereichen mehr als in anderen, so wie jedes Hobby eben seine Tücken hat. Waffen u.ä. werden aus speziellen Materialien gebaut, die niemanden mehr als einen blauen Fleck (und selbst das ist die Ausnahme) bringen und auch sonst, wird auf Sicherheit (sowohl physische als auch psychische) geachtet
Und wie, es gibt kaum Regeln?
Ja, so ist es. Denn es ist so: Wir tun so oft es geht nicht nur so als ob, sondern deuten Dinge tatsächlich an, um dann mit dem gesunden Menschenverstand so zu tun als ob. ALSO: Wenn ich dich mit dem Schwert auf den linken Arm treffe, dann überlegst du dir, dass das weht tut und blutet und dann tust du so als ob, das so wäre (und schreist laut auf, hältst dir den Arm und läufst wohl weg, damit du nicht auch noch so tun musst als ob du tot wärst).
Zauberei ist etwas komplizierter. Etwas. Denn wenn da jemand laut rumschreit, fuchtelt, irgendwelche Dinge zerreißt und dir dann mit dem Wort „Feuerball“ einen gelben Schaumstoffball an die Braut wirft, wirst du dir denken können: „Der hat sich vorgestellt, dass er einen Feuerball heraufbeschwört und mich damit jetzt getroffen. Jetzt stell ich mit vor, dass diese Kugel von Flammen mich an der Brust getroffen hat und das ich jetzt gerade eine echt üble Verbrennung habe und mein Hemd brennt.“ Und dann tut man eben so als ob.
Man hat den natürlich ein paar grobe Richtlinien, die dafür sorgen, dass keiner zu viel kann, aber die sind eben genau das. Richtlinien und dementsprechend locker zu handhaben. Mann kann und muss darauf vertrauen, dass alles was einem gesagt wird, absolut der Wahrheit bzw. dem Regelkonsens entspricht. Dann macht das allen unterm Strich Spaß und keiner wird meckern. Im diesem Sinne kann man ruhig so weit gehen und sagen „Besser tot, als uncool“ (und außerdem kann es echt Spaß machen zu sterben... ich wurde mal beerdigt und da.......)
Nun. Ich hoffe es hat Spaß gemacht diesen Text zu lesen. Und vielleicht hat er sogar weitergeholfen. Aber bitte kommentiert das dann doch. Gebt eine Rückmeldung, schreibt mir Verbesserungsvorschläge, Kritik....